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Was es für ein Kind bedeutet, einen sicheren und freundlichen Platz zu haben

In einem Entwicklungsland wie Uganda sind kinderfreundliche Orte noch sehr rar. Ein sicherer Ort, an dem sie sein dürfen, keine Bedrohung erfahren, keine Ängste haben müssen, keine Verantwortung tragen müssen, nicht angeschrien oder geschlagen werden, nicht missbraucht oder misshandelt werden.

Und auch wo etwas geboten wird: nämlich Ruhe und Frieden, mit Spielzeug spielen und es entdecken, egal ob das Kind schon 16 Jahre alt ist oder erst 3 Jahre alt, Duplo und die Puppenecke, die kleine Autogarage oder Hüpftiere, die Schaukel und die Rutsche, das Herumtollen mit den Hunden und das Kuscheln mit den Katzen…

Im sicheren Rahmen den Umgang mit den lieben Haustieren lernen, sie zu füttern und bürsten, schmusen und entdecken wie das Verhalten der Tiere ist. Bücher können gelesen werden und das ganz Besondere ist, dass es genügend Kreativmaterial gibt um zu schneiden und zu kleben. Zur Weihnachtszeit stellen wir bunte Kisten her als Geschenkebox und zu Ostern malen wir Eier an. Ab und an werden englische Zeitschriften mitgebracht, die die Jugendlichen unendlich lieben! Mode und schnelle Autos, Fußball und Königshäuser – in der ganzen Welt Lieblingsthemen für Teenager.

All das biete ich den Kindern auf meiner Veranda und bei Regen in meinem Haus. Es ist immer wieder unglaublich, wie die Kinder sich entspannen und mit der Zeit Zutrauen fassen und sich Gespräche untereinander entwickeln , aber auch mit mir oder Vereinsmitgliedern als Vertrauensperson Kontakt gesucht wird. Während der Regenzeit kuschelig im warmen Haus zu sitzen mit Kerze an und Kekse futtern, auch mal einschlafen dürfen…gemalte Bilder aufhängen zu dürfen oder es einzupacken für zu hause.

Das macht die Kinder glücklich und auch für uns sind es pure Momente des Glücks!

von Anne Grothe im September 2018


Raus aus dem Alltag, rein in den Pool!

Als ich 2009 meinen Odi ( Odissa Charles ) kennenlernte und seine verbrannten Füße abgeheilt waren (s. Über uns), starteten wir mit dem Badevergnügen. Ich selbst bin sozusagen im Freibad groß geworden und kann mir bis heute für Kinder bei Sonnenschein nichts Schöneres vorstellen als das kühle Nass zu genießen, ins Wasser zu springen (mit den besten „Arschbomben“-Techniken), sich treiben zu lassen im Reifen, zu tauchen, Wettschwimmen zu veranstalten und sich in der Sonne zu aalen.

Odi nahm oft seinen besten Freund Alex und dessen kleine Schwester mit, so konnte ich direkt 3 Kindern das Schwimmen beibringen. Im Laufe der Jahre kamen mehr Kinder dazu, auch schon mal Jugendliche und einige Erwachsene. Fast alle unserer geförderten 40 Kinder können schwimmen und alle können sich über Wasser halten. Vorsichtig fange ich dabei mit dem Babybecken und Schwimmflügeln an. Da ist es warm und es ist möglich auf den Treppenstufen nur die Füße baumeln zu lassen. Das können auch schon 2-jährige, wenn sie nur in Ruhe gelassen werden und ihren eigenen Zugang zum Element finden dürfen.

Schwimmen ist in Uganda trotz der Nähe zum Victoria-See nicht „normal“, es gibt oft keine Möglichkeiten schwimmen zu lernen und die Angst der Erwachsenen überträgt sich allzu oft auf die Kinder. Wir haben das große Glück, dass es in Bukaya den Pool der Kingfisher-Safari Lodge gibt, den wir gegen einen Eintrittspreis nutzen dürfen. Ich bin überglücklich fußläufig zu wohnen und dort vom ganzen Team immer willkommen zu sein. Natürlich lernen unsere Kinder sich vor dem Schwimmen zu duschen, haben Badekleidung an und ab und zu gibt es mal eine Soda (=Limo).

Es hat sich glücklicherweise so ergeben, dass unsere Vereinsmitglieder das Schwimmen finanziell unterstützen und sehr, sehr gerne selbst mit den Kindern im Wasser herumtollen. Das bringt Nähe und die Kinder verlieren ihre Scheu vor den Erwachsenen. Für uns Europäer ist es völlig selbstverständlich, dass ein Kind einem antwortet oder seine Meinung sagt – hier jedoch nicht! Beim Spiel und Spaß aber ist so nach und nach viel zu erfahren, die Kinder verlieren ihre Scheu, lachen und dürfen einfach Kind sein.

Das Herz geht mir auf, wenn ich sehe, dass es die gleichen Entwicklungen wie mit unseren Kindern sind – wenn sie nur die Chance bekommen, wenn sie sich frei und angenommen fühlen und der Druck genommen wird.

Unsere älteren Kinder im Teenageralter räkeln sich in der Sonne, schauen ihren Körper im Spiegel der Umkleide an und „hängen“ auch rum und erzählen dummes Zeug ( wie wir Erwachsenen gerne sagen ).

Es ist herrlich den Kindern diese Freude zu bereiten!

Gedanken von Anne Grothe im September 2018


Aus dem Leben einer Wohltäterin

Warum Anne Grothe in Uganda mehrere Hilfsprojekte gestartet hat und ihr Leben in Abschnitten von zehn-Jahreszeiten plant

Wer Anne Grothe besuchen will, muss einfach dem Engel folgen, der auf ihrer Fensterbank sitzt. Sie wohnt in einem süßen Puppenhaus und man spürt, dass alle Möbel und Gegenstände eine kleine Geschichte erzählen. Wir trinken Tee und Kaffee aus kleinen zierlichen Sammeltassen und es macht Spaß, sie dauernd nachfüllen zu lassen, weil sie nach einem Schluck schon wieder geleert sind. Anne Grothes Tochter Lara hat Kirsch-Marzipan-Tartelettes gebacken. Kleine belegte Mürbeteig-Tortenboöden, die nicht nur gut schmecken, sondern auch entzückend aussehen.

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[„Neue Westfälische, 2./3. Juni 2018. Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.“ – Link zu NW]


Zaina hat Zahnweh

Unsere Jahrespraktikantin im Birungi Kindergarten hatte eine geschwollene linke Gesichtsseite. Auf Nachfrage gestand sie mir schon seit Weihnachten Zahnweh zu haben.

Und es war mittlerweile Feburar 2018.

Doch warum ging sie nicht zum Zahnarzt, der in der nächstgelegenen Stadt Jinja vorhanden war?

Weil der Zahn gezogen wird!

Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden, da die junge Frau mit ihren 19 Jahren doch noch alle Zähne behalten sollte.

Daraufhin folgten 3 Besuche hintereinander beim Zahnarzt um den Zahn zu füllen und er war gerettet. Der Odissa-Charles- Verein hat die Kosten von umgerechnet 16€ gerne übernommen.


Einige unserer Kinder im St. Moses

Von den Kindern, die unser Verein unterstützt, gehen einige in die St. Moses- Primary School und teilweise auch in die daran angeschlossene Boarding School (Internat). Dies ist ein Video von einem Besuch in der Schule, wo die Kinder uns sangesfreudig begrüßt haben.


Traditionelle Feier in Butagaya

Zum Anlass unserer Besuchs in Butagaya hat Stevie (siehe Artikel „Eier für ein ganzes Dorf“) eine traditionelle Feier in seinem Heimatdorf organisiert. Die Musik und Tänze in diesem Video sind traditionell für den Stamm der Busoga.


Eier für ein ganzes Dorf

Im Januar 2017 begann der Odissa-Charles-Verein in einem weitabgelegenen Dorf mitten in Uganda eine Hühnerfarm zu finanzieren. In der Gegend hat niemand die Möglichkeit ausreichend Eier zu kaufen um dem Proteienmangel entgegenzuwirken.

Zwar besitzen manche Familien ihre Local Chicken, die werden aber eher als Hochzeitsgeschenke aufgezogen und die Eier genügen nicht zur Versorgung einer mehrköpfigen Familie.

Nachdem die Pläne feststanden, wurde mit örtlichen Helfern gebaut und ein Haus für 150 Hühner erstellt. Die kamen als Eintagsküken vom Markt, wurden gehegt und gepflegt. Ab Juli legten sie Eier und die Menschen können nun für wenig Geld Eier erstehen. Unser sehr sozialer  Freund Steven, dem die kleine Farm gehört, gibt auch Eier raus, wenn sie nicht bezahlt werden können – die Leute bringen und pflücken Grünzeug für die Hühner.

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Stand des Vereins Ende 2017

Wir haben zur Zeit 37 Kinder in der Förderung. Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen 3 und 20 Jahre alt. Die Kleinen gehen in den Birungi-Kindergarten und bekommen einen guten Start in ihr Schulleben  – ohne Angst, Drohung, Schläge. Alle sechs der Kleinen kommen aus schwierigen, mittellosen Verhältnissen und leben entweder in einem der für Uganda typischen Oma-Häuser oder bei ihren Single-Müttern, haben keine oder mehrere Geschwister.

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Geschwister

Um die Leser mal wieder über aktuelle Kinder zu informieren, hier nun ein Beitrag über 3 Geschwister. Die Mädchen sind 10 und 13 Jahre alt, der Junge ist 11 Jahre alt. Das älteste Mädchen stammt wie der Bruder vom gleichen Vater ab, die Kleine hat einen anderen Vater. Die älteren Kinder lebten nach der Trennung der Eltern beim Vater und der Stiefmutter, die sie so schwer misshandelt hat, dass die Leute aus dem Dorf Oma Margret informierten, sie solle und müsse die Kinder retten. Als Oma dort ankam, waren die Kinder in einem abgemagerten Zustand und voller Narben von den Schlägen, Kopf auf den Tisch hauen, treten und schubsen. Sie nahm die Kinder mit und nun leben sie in einem der typischen Oma-Häuser. Die Kleine war sehr früh bei Oma und ist nicht geschädigt.

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Natürliche Neugierde

In unserem kleinen aber feinen Birungi-Kindergarten, den wir im Oktober 2016 eröffneten, haben nwir mittlerweile 16 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren.

Es war mir von Beginn an wichtig, dass die Gruppe Jungen und Mädchen, aber auch unterschiedliche Backrounds hat.

Damit meine ich, dass es „normale“ Familien gibt, Alleinerziehende, Kinder aus Oma-Häusern, gemischte Familien, Einzelkinder oder mit vielen Geschwistern, Arme und Reiche.

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