Ein Umzug bedeutet für viele Menschen vor allem Stress. Nicht so für unsere 16-köpfige Wohngruppe, für die wir dringend eine neue Bleibe finden mussten. Groß und Klein stürzten sich begeistert in die Arbeit.
Bereits seit 2013 fördern wir zehn Waisen und Halbwaisen. Zuvor streiften die Jungen ausgehungert, teilweise krank und ohne Zugang zu Bildung durch die verschmutzten Straßen eines Slums. Eine Zukunft in Armut, Krankheit und Kriminalität schien ihnen nahezu vorbestimmt – bis unser Verein sich ihrer annahm.
Von der Straße in den Familienverbund
Unter dem Namen „Yamba-Familienhaus“ schufen wir ein sicheres Zuhause, in dem die Jungen aufblühten. Jeder Besuch bei den inzwischen gesunden und fröhlichen Kindern ließ die Herzen unserer Vereinsmitglieder und Sponsoren höherschlagen.
Vor 6 Jahren zog die Gruppe auf den Campus der St. Moses Primary School in der Nachbarschaft unserer Vereinsbasis. Der Standort war ideal, zumal wir dort ein separates Häuschen mieten konnten.
Begleitet wurden die Jungen von Phiona, die wir zunächst als Hausangestellte und Köchin hatten. Die damals noch sehr junge Frau entwickelte schnell ein außergewöhnliches Verantwortungsbewusstsein und wurde zur liebevollen Ersatzmutter der quirligen Gruppe. Als Phiona ihren heutigen Lebensgefährten Omega kennenlernte, wuchs die Gemeinschaft weiter zusammen. Dank seiner guten Erziehung und Bildung ist Omega ein wichtiges Vorbild und ein hervorragender Ansprechpartner für die heranwachsenden Jungen.
Gemeinsam mit ihren vier eigenen Kindern und den zehn „Yamba-Jungen“ leben Phiona und Omega inzwischen wie eine Familie zusammen – ähnlich einer SOS-Kinderdorf-Familie. Inzwischen werden die beiden von allen Jungen liebevoll „Mummy“ und „Daddy“ genannt.
Ein neues Heim für sechzehn Menschen
Die eigentlich ideale Situation wurde zunehmend dadurch getrübt, dass die St. Moses School die separaten Häuschen seit einiger Zeit nicht mehr renoviert. Wer während der tropischen Regenzeit in Uganda war, kann sich vorstellen, welchen Schaden undichte Dächer anrichten können.
Trotz intensiver Bemühungen von Phiona und Omega verfiel das Haus zusehends. Immer häufigere Abflussprobleme verschärften die Situation zusätzlich. Schließlich entsprach die Unterkunft nicht mehr unseren Vorstellungen von einem gesunden und sicheren Zuhause. Wir mussten handeln!
Dank unserer Präsenz vor Ort fanden wir ganz in der Nähe ein geeignetes Haus, das mit zwei weiteren Häusern auf einem umzäunten Grundstück steht.
Eine große Garage konnten wir zu einem Wohnraum für die jüngeren Jungen umgestalten. Die vier älteren Jungen erhielten ein eigenes Zimmer. Phiona und Omega verfügen über ein Elternschlafzimmer – in Uganda keineswegs selbstverständlich – und ihre drei Töchter teilen sich ein Mädchenzimmer.
Putzen, packen, schleppen – viele Hände schaffen ein schnelles Ende
Wie groß der Leidensdruck im alten Haus inzwischen war, zeigte sich, als wir die Nachricht vom neuen Zuhause verkündeten. Freudige Aufregung und enormer Tatendrang machten sich sofort breit. Mit Feuereifer packten die Jungen ihre Sachen, putzten das neue Heim und trugen alles eigenhändig dorthin.
Statt Umzugsstress wurde der Ortswechsel zu einem friedlichen und fröhlichen Gemeinschaftserlebnis. Für uns war das erneut eine berührende Bestätigung dafür, wie sehr sich der Einsatz für diese gefährdeten Kinder gelohnt hat!
Wir sind sehr erleichtert, dass wir den Kindern und unseren Angestellten nun wieder ein sauberes, sicheres und gesundes Zuhause bieten können. Der Umzug hat unser Vereinsbudget allerdings stark belastet. Da die vorhandenen Möbel – mit Ausnahme der Betten und Matratzen – Eigentum der St. Moses School waren, mussten wir erheblich investieren.
Gemessen an europäischen Standards ist die Ausstattung des neuen „Yamba-Familienhauses“ natürlich spartanisch. Dennoch haben Tische, Stühle und Regale für 16 Personen erhebliche finanzielle Mittel verschlungen.
Noch sind wir dabei, das Haus vollständig auszustatten. Wer Phiona, Omega und die 14 Kinder und Jugendlichen unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Möbel Yamba“ eine zweckgebundene Spende auf das Odissa Charles Spendenkonto überweisen:

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